Mittwoch, 17. Juni 2026
Start der Wallfahrt auf den Annaberg
Am 30. Juni zelebriert Weihbischof em. Otto Georgens das erste von sechs Wallfahrtsämtern. Auf den Tag genau vor 130 Jahren wurde die neugotische St. Annakapelle geweiht.
Burrweiler. Sie ist schon von weitem sichtbar und ein beliebter Orientierungspunkt für Wanderer und Wallfahrer: die St. Annakapelle oberhalb von Burrweiler. Besucher des Gotteshauses, das auf einer Höhe von 423 Metern steht, haben einen herrlichen Blick über das Rheintal, der bis zum Odenwald und den Bergen des Schwarzwaldes reicht.
Einer, dem die Kapelle besonders am Herzen liegt, ist Pfarrer Dr. Achim Dittrich. Der Kooperator der Pfarrei Heilige Anna Edenkoben betreut seit 2024 die traditionelle Wallfahrt zur „Heiligen Mutter Anna“, die alljährlich im Juli und August stattfindet. 2026 gibt es eine Besonderheit: Die St. Annakapelle feiert am 30. Juni und damit an dem Tag, an dem die diesjährige Wallfahrt beginnt, ihr 130-jähriges Weihejubiläum. Es war der Burrweiler Pfarrer Michael Hendel, der die neugotische Kapelle, die 1896 geweiht wurde, erbauen ließ. „Nachweislich gab es aber bereits 1716 die erste von zwei Vorgängerkirchen“, weiß Pfarrer Dittrich. „Zwei Grundsteine von diesem Gotteshaus befinden sich in der jetzigen Sakristei.“ Im Jahr 1765 sei das sakrale Gebäude durch einen Neubau ersetzt worden. „Die heutige Kapelle entstand schließlich 1895.“
Die Wallfahrt in der aktuellen Form gibt es seit 130 Jahren. Aus Anlass des 800-jährigen Todestags des heiligen Franz von Assisi stehen die einzelnen Wallfahrtstage unter der Überschrift „Bruder Sonne, Schwester Mond“ und haben den Sonnengesang zum Thema – passend zur Natur, in der die Gottesdienste stattfinden, wie Pfarrer Dittrich betont. „Denn dem heiligen Franziskus war die Schöpfung ein besonderes Anliegen.“
Die heilige Messe am ersten Wallfahrtstag, 30. Juni, zelebriert – wie jedes Jahr – Weihbischof em. Otto Georgens. Am 7. Juli folgt Pater Philipp Öchsner, der aus Frankenthal stammt und der Kongregation des Oratoriums des Heiligen Philipp Neri in Wien angehört. Prediger am dritten Wallfahrtstag, 14. Juli, ist Pater Dr. Wojciech Kordas vom Kloster der Franziskaner-Minoriten in Ludwigshafen-Oggersheim. Franziskaner-Pater Dr. Mateusz Micek vom Minoriten-Kloster in Blieskastel feiert das Wallfahrtsamt am 21. Juli und Direktor Volker Sehy vom Geistlichen Zentrum Maria Rosenberg eine Woche später am 28. Juli. Den traditionellen Abschluss der Wallfahrt zur „Heiligen Mutter Anna“ am 7. August gestaltet Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. „In diesem Jahr sind es ausnahmsweise sechs statt sieben Wallfahrtstage, da am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, die Diözesanwallfahrt im Dom stattfindet“, erläutert Pfarrer Dittrich.
An jedem Wallfahrtstag besteht um 9 Uhr Gelegenheit, den Rosenkranz zu beten und zu beichten. An den Mittagen um 13 Uhr feiert Pfarrer Dittrich eine St.-Anna-Andacht. Eigens zum Jubiläum der Kapelle wurde ein neues Messgewand angeschafft. „Bei dem ‚Annagewand‘ handelt es sich um einen cremefarbigen Stoff mit grüner Schrift, denn in der christlichen Symbolik ist Grün die Farbe der heiligen Anna“, so Dittrich. Auf der Vorderseite seien ein Kreuz und die drei ersten Buchstaben des griechischen Wortes für Jesus, IHS, zu sehen, während auf der Rückseite „Sancta Anna, ora pro nobis“ (Heilige Anna, bitte für uns) stehe. Das Messgewand wurde im Trappistinnenkloster St. Gethsemani in Dannenfels in 70-stündiger Handarbeit gefertigt.
Für das leibliche Wohl an den Wallfahrtstagen sorgt der Pfälzerwaldverein Burrweiler in der St.-Anna-Hütte, die im September ihr hundertjähriges Bestehen feiert. Zwei Pendelbusse fahren ab 8.30 Uhr in Burrweiler vom Parkplatz „P1 Pfarrgarten“ und P3 Festhalle“.
Terminhinweis
Pastoralreferent Dr. Markus Lamm von der Dompfarrei Pax Christi in Speyer war einige Jahre als Seelsorger in der Pfarrei Burrweiler tätig.
Der promovierte Historiker hat die Geschichte der St. Annakapelle erforscht und ein Buch über die Wallfahrt und die Kapelle auf dem Annaberg geschrieben. Am Sonntag, 28. Juni, um 15 Uhr erläutert er anschaulich bei Kaffee und Kuchen in der Festhalle in Burrweiler (Raiffeisenstraße) die Geschichte des Baus der aktuellen Kapelle. Sein Buch kann zu einem Sonderpreis erworben werden. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Nähere Informationen gibt es bei Dr. Achim Dittrich über das Pfarramt Heilige Anna in Edenkoben, Telefon 06323/989660, E-Mail: Pfarramt.Edenkoben@bistum-speyer.de
Zum Dowload
